Keine Liveshows - Livespektakel!

Ganz am Anfang haben wir oft auf Bühnen mit zusammengesetzten Elementen oder Paletten gespielt – nur mit meinen Turntables und Andys Sampler-Rack. Bei einem Gig in der Zeche in Bochum sind wir so stark gehüpft, dass dieses Rack über die Bühne gesprungen und letztlich seitlich runtergefallen ist. Das zog natürlich erstmal ‘ne derbe Unterbrechung nach sich. Wir haben alles wieder aufgebaut – während die Zuschauer uns angebrüllt haben.

EINE NUMMER GRÖSSER

Das ist in Erinnerung geblieben und gab’s dann auch noch mal in groß: Zum 20jährigen Jubiläum vor 65.000 Zuschauern haben wir es fertig gebracht einen Stromausfall zu verursachen. In einem Club mit 300 Leuten geht sowas ja noch, mit denen kann man ja reden, aber wenn so viele Menschen vor dir und ein großes Orchester hinter dir stehen, und das ganze auch noch live im Fernsehen übertragen wird ist das natürlich schon ein bisschen unangenehm (lacht).

VOM DEBAKEL ZUM SPEKTAKEL

Wir haben dann kläglich versucht den Leuten mit Hilfe eines Megaphons zu erklären was los ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging dann zumindest ein Mikro wieder und wir konnten mit den Zuschauern reden. Der Stimmung hat das Ganze aber keinen Abbruch getan und am Ende ist es wahrscheinlich immer noch so, dass kleine Fehler das Ganze unterhaltsamer und menschlicher machen als ’ne perfekte Show. Das ist ja schließlich auch unser Credo beim Musikmachen: perfekt kann es heutzutage mit Computerprogrammen ja jeder machen. Eigentlich geht’s darum mit kleinen Fehlern zu leben und kleine Fehler zur Kunstform zu machen. Die Leute fanden’s einfach unterhaltsam, dass einer Band, die seit 20 Jahren professionelles Showbusiness macht, so ein Scheiß passiert. Uns war das natürlich ein wenig peinlich, aber wir haben es überlebt.